Jahr: 2016

Burkhard Spinnen: Die letzte Fassade Wie meine Mutter dement wurde

Vorsicht, persönliche Betroffenheit!

Einzelne Texte von Burkhard Spinnen kannte ich sicherlich, auch wenn mir spontan kein Titel einfällt. Aber ich habe zuvor nie ein Buch von ihm gelesen. Das spricht nicht gegen den Autor, das bezeugt nur meine selektive Wahrnehmung. Dann hörte ich Ende letzten/Anfang diesen Jahres einen Podcast der Sendereihe Deutschlandradio Kulturfragen, in dem Spinnen zum Thema Sterbehilfe interviewt wurde.…

Christoph Hein: Glückskind mit Vater

„Am Anfang war eine Landschaft.“

So begann die Novelle Der fremde Freund, die 1982 Christoph Hein zum literarischen Durchbruch verhalf. So könnte auch sein neuer Roman Glückskind mit Vater beginnen. Denn auch hier betritt der Leser gemeinsam mit einem Ich-Erzähler ein durch Menschenhand geformtes Naturareal, ein aufgeforstetes Birkenwäldchen, das wiederum vollkommen umschlossen ist von einem alten, „groß und übermächtig“ erscheinenden Mischwald.…

Odo Marquard: Endlichkeitsphilosophisches Über das Altern

Wenn es stimmt, dass der Altersdurchschnitt derjenigen, die Blogs lesen und regelmäßig verfolgen, sich deutlich unterhalb des bundesrepublikanischen Altersdurchschnitt bewegt, wenn man zudem den Managementstrategien erfolgreichen Bloggens folgen und seine Zielgruppe im Blick haben will, dann ist diese Artikel für die digitale Mülltonne. Denn wer aus dieser Zielgruppe beschäftigt sich schon mit dem Alter und dem Altern?…

Dierk Wolters: Die Hundertfünfundzwanzigtausend-Euro-Frage

Ja, genau. Der Gedanke, der Ihnen beim Titel des Buches gleich in den Sinn gekommen ist, ist vollkommen richtig. Die erzählte Geschichte nimmt ihren Ausgangspunkt in Günther Jauchs „Wer wird Millionär“. Dierk Wolters – er ist im Übrigen Kulturredakteur bei der Frankfurter Neuen Presse – hat irgendwo erwähnt, ihn habe die Situation, in die sich die Kandidaten in dieser Quizshow begeben und der sie sich aussetzen, ausgesprochen interessiert; daraus sei der Erzähltext erwachsen.…

Martin Walser: Ein sterbender Mann

Ich widerspreche!

In seinem persönlich an Martin Walser adressierten, aber natürlich eigentlich an seine Leserinnen und Leser gerichteten  Rezensionsbrief rechnete Tobias Nazemi ziemlich harsch mit Walsers aktuellem Roman Ein sterbender Mann ab. Die seinerseits gewählte Form des Leserbriefs kam offensichtlich gut an und fand reichlich Resonanz. Die Besprechung hatte vieles, was man sich wünscht: sie war durchaus originell, sie war witzig, sie war frech, sie war klar in ihrem Urteil, sie war ohne Scheu vor diesem letzten unserer alten, deutschsprachigen Großschriftsteller (sieht man von Enzensberger vielleicht einmal ab).…

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Während sich am Ende des letzten Jahres der dritte Teil seines Erinnerungsprojekts „Alle Toten fliegen hoch“ mit dem Titel Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke in den oberen Plätzen der verschiedenen Bestsellerlisten etablierte, habe ich Joachim Meyerhoffs zweiten Roman dieses Zyklusses gelesen. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war erschien 2013 und kam im letzten Jahr im Vorfeld des neuen Romans als Taschenbuch auf den Markt.…