Ein bisschen zur Person

Es war wahrscheinlich naiv anzunehmen, der Blog solle nur „aus sich heraus“ bestehen, es gehe nur um die Literatur, die hinter den Beiträgen stehende Person sei vollkommen belanglos, uninteressant und könne weithin unsichtbar bleiben. Er, der Blog, brauche also keine Informationen zu seinem Urheber, außer die natürlich, die aus rechtlichen Gründen notwendig sind. Aber über Literatur schreiben heißt immer auch: Position beziehen. Das sollte man, erst recht wenn es häufiger geschieht, nicht aus der Anonymität heraus tun.

Zudem gibt es wohl doch ein Interesse an der jeweiligen Person, die den Blog betreibt. Wer ist die oder der, die oder der da schreibt? Schwer deshalb nicht selten die Balance zwischen der Anerkennung eines solchen Interesses und dem höflichem Gebot, dem auch nachzukommen, auf der einen Seite, auf der anderen dem Bedürfnis nach Privatheit, nach Intransparenz.

Dann also nun doch ein paar Sätze über mich, die versuchen, ausbalanciert zu sein.

Geboren 1961, also Teil der Babyboomer-Generation, in einer Kleinstadt mit all ihren Vor- und Nachteilen, nahe der niederländischen Grenze. In der ersten Hälfte der 80er Jahre Studium der Germanistik und Geschichte in Aachen „auf Lehramt“, wie es damals wie heute rheinländisch/ruhrpöttisch heißt. Als sich dann Studenten nach ihrem ersten Examen in Scharen umorientieren mussten, um nicht dauerhaft arbeitslos zu bleiben, weil das Land NRW glaubte, keine jungen Lehrer zu benötigen, erfuhr ich das große Glück, wissenschaftich arbeiten zu können, und promovierte schließlich über die Literatur der DDR, die, während ich noch über aktuelle Entwicklungen ihrer Kultur und Literatur nachdachte, zusammengebrochen war. Anfang der 90er Jahre verließ ich die Hochschule, absolvierte das Referendariat und bin seither mit meinen Fächern Lehrer an einem Gymnasium. Seit 2004 bilde ich als Fachleiter – so heißen diese Menschen in NRW – Deutschlehrer aus. Ich lebe in Eschweiler, eine (wieder einmal) Kleinstadt in unmittelbarer Nähe von Aachen.

Von einem Bekenntnis, warum ich blogge, möchte ich an dieser Stelle absehen. Nur kurz: Ich blogge, weil ich lese. Den Blog als Gedächtnisspeicher zu beschreiben, stellt den Versuch einer Selbstcharakterisierung dar, die allerdings ein Öffentlichmachen, Mitlesen und Diskutieren nicht ausschließt.

Ein paar Worte verlieren möchte ich jedoch über meine Rezensionspraxis. Der Blog verfolgt keinerlei ökonomische Interessen. Daher befinden sich hier auch keinerlei Links, die mit Gewinnerzielungsabsicht auf andere Seiten verweisen. Die Bücher, über die ich schreibe, habe ich mir in der Regel selbst gekauft. Ab und an bitte ich bei Verlagen um Leseexemplare, freue mich, wenn ich sie erhalte und bin dann auch gerne bereit, darüber zu schreiben. Diese Bücher werden aber in der Rezensionsübersicht als zur Verfügung gestellte Leseexemplare markiert. Unaufgefordert zugesandte Leseexemplare nehme ich ebenfalls gerne an, bin aber nicht bereit, daraus die Verpflichtung abzuleiten, über diese Bücher auch zu schreiben. Wenn ich es dennoch tue, dann habe ich das unabhängig entschieden.

1 Kommentare

  1. Kurioserweise ist tatsächlich die „Über-mich“-Seite statistisch gesehen wohl die häufigste. Finde ich auch merkwürdig, aber eben gleichzeitig verständlich. Jedenfalls ist die von Dir erwünschte Balance sehr gut gelungen, wie ich finde. Liebe Grüße!

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